Hörnumer Unterfeuer abgebaut

Der heutige Abbau des Quermarkenfeuers Hörnum an Sylts Südspitze (Foto) kam dann doch überraschend schnell. Bereits Anfang der Woche hatte das Wasser-und Schiffahrtsamt (WSA) eine Bergung des vom Absturz gefährdeten „Mini-Leuchtturms“ angekündigt, obwohl es aus den Ämtern unmittelbar nach dem Orkantief „Christian“ verlautete, daß das Naturschutzgebiet Hörnum Odde nicht sonderlich in Gefahr sei.

Dem WSA war hier jedoch bereits 1979 ein Unterfeuer in die See gestürzt, sodass man diesmal auf Nummer sicher gehen wollte.

Für das Naturschutzgebiet wird der heutigen Tag wohl den endgültigen Anfang vom Ende markieren. Es ist offensichtlich, wie die Wassermassen sich bei jedem Sturm weiter von Westen in die Dünenheide fressen und immer neue Muscheltäler bilden. Das zuständige Küstenschutz-Amt will zwar weiter für die Sicherheit der hörnumer Siedlungen garantieren, aber keine weiteren Euros in den Schutz des Naturschutzgebietes stecken.

Für den Ort Hörnum ist das eine kleine Katastrophe. Schliesslich ist der Spaziergang um die Dünenlandschaft der Inselspitze für viele Sylter und Gäste der entscheidende Grund, hin und wieder Hörnum zu besuchen. Wenn diese Naturattraktion komplett wegfallen sollte, fehlt ein wesentlicher Anreiz für die Fahrt in den Inselsüden. Aber auch für ganz Sylt wird der Wegfall dieser Naturlandschaft ein schmerzlicher Verlust werden.

Andererseits muss man akzeptieren, dass das Werden und Vergehen von Dünen und Sänden zum natürlichen Geschehen des Nationalpartkes Wattenmeer gehört.

Wer das wildeste Stückchen Sylt noch einmal sehen möchte, sollte das in den nächsten ein -zwei Jahren tun. In wenigen Jahren wird dann wahrscheinlich die Südspitze in einem befestigten „Korsett“ unmittelbar südlich des Hörnumer Leuchtturms enden- es sei denn die Strömung kreiert einen neuen Sandhaken an anderer Stelle.

 

Lothar Koch

 

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